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Fünf Stunden kostenlos - Ab August müssen Eltern weniger für Kita-Betreuung zahlen

von Carsten Vitt, Elbe Wochenblatt vom 26.03.2014

Schönes Bonbon für Familien: Ab Augustmüssen Eltern weniger für die Betreuung ihres Kinder bezahlen. Fünf Stunden und ein Mittagessen sind ab 1. August kostenlos. Das gilt von der Geburt bis zur Einschulung der Sprösslinge.

Hamburg führt damit als erstes Bundesland flächendeckend eine kostenlose Betreuung ein, frohlockte Sozialsenator Detlef Scheele. Die Hansestadt lässt sich das jährlich 75 Millionen Euro extra kosten.

Demnach würden Eltern, die ihr Kind fünf Stunden täglich in die Kita schicken, um monatlich 192 Euro entlastet. Bei einem Acht-Stunden-Platz reduzieren sich entsprechend die Kosten für die Eltern: Der Eigenanteil sinke von zuvor 300 Euro auf 108 Euro monatlich (Beispielrechnung bei einem Netteinkommen von 2.750 Euro).

Bei Fachverbänden und Opposition stoßen die Änderungen auf ein geteiltes Echo. Grundsätzlich wird eine Entlastung der Eltern begrüßt, Knackpunkt ist aus Sicht der Fachleute aber der Betreuungsschlüssel.

So muss eine Erzieherin im Krippenbereich (Null bis drei Jahre) durchschnittlich etwa sieben Kinder betreuen. „Hamburg ist das Schlusslicht unter den westdeutschen Bundesländern, was den Betreuungsschlüssel im Krippenbereich angeht“, sagt Sabine Kümmerle vom alternativen Wohlfahrtsverband Soal.

Steigende Anforderungen, viele Aufgaben, gleichbleibende Personalausstattung: Das zusammen setze die Erzieherinnen enorm unter Druck. „Qualität bedeutet in der Kita aber vor allem, Zeit für die Kinder zu haben“, so Kümmerle. Urlaub, Krankheitstage und Zusatzaufgaben wie Dokumentation eingerechnet, blieben aber nur etwa 75 Prozent der Arbeitszeit einer Erzieherin für die direkte Arbeit  mit den Kindern. Christoph de Vries, familienpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, vermutet, dass das 75-Millionen-Euro-Geschenk „auf Jahre hin jegliche qualitative Verbesserungen der Kinderbetreuung verhindern wird, weil für eine Verbesserung der Betreuungsstandards keine Luft mehr im Haushalt ist“.

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