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5 vor 12 (27.11.2014)

5 vor 12

Aktionstag „Es ist 5 vor 12!“ 
 
Am Freitag, den 12. Dezember 2014, wird es eine landesweite und verbandsübergreifende Aktion zahlreicher Hamburger Kitas unter dem Motto „Es ist 5 vor 12!“ geben. Mit dieser Aktion soll öffentlichkeitswirksam ein Signal durch Hamburg gehen:
 
Gute Bildungs- und  Betreuungsarbeit in den Hamburger Kitas braucht ausreichende Vor- und Nachbereitungszeiten! Mit ein paar Prozent mehr Personal für eine kleine Gruppe von Kindern lassen wir uns nicht abspeisen!
 
Die Aktion beginnt am genannten Freitag um 5 Minuten vor 12 Uhr. Von da an bis zum Betriebsschluss werden die Kita-Mitarbeiter_innen Tätigkeiten erledigen, die in den letzten Tagen/Wochen zu kurz gekommen sind bzw. für die nicht genügend Zeit vorhanden war. Insoweit kann während dieser Zeit keine Kinderbetreuung stattfinden oder eben nur eingeschränkt in „Notgruppen“. Es geht dabei nicht um eine Hausschließung, sondern um das Deutlichmachen, dass die pädagogische Arbeit mehr umfasst, als die unmittelbare Betreuung der Kinder – nämlich auch Zeiten der sog. Mittelbaren Pädagogik!

Die Protestaktion bezieht die Eltern aktiv als UnterstüzterInnen mit ein.  Für eine gute Bildungs- und Betreuungsarbeit ist Vor- und Nachbereitung notwendig, die aber aktuell im Grundsatz nicht über die Kita-Gutscheine refinanziert wird. Das muss sich ändern! Zur Unterstützung der Forderungen der pädagogischen Fachkräfte können die Eltern ihre Kinder früher abholen, eigene Angebote in den Kitaräumlichkeiten machen, öffentlich im Stadtteil den Protest auf die Straße tragen (Flashmobs, Infozettel verteilen, Mails an die Bürgerschaftskandidaten verfassen …) oder auf andere Art aktiv werden.
 
Hintergrund für diesen Aktionstag sind zum einen die bekannten – deutlich verbesserungsbedürftigen – Rahmenbedingungen in den Hamburger Kitas. Und zum anderen die aktuelle Reaktion „der Politik“, sprich der Vorschlag der SPD-Bürgerschaftsfraktion, den Personalschlüssel im Bereich der Betreuung der unter 1½-jährigen Kinder ab dem 01.08.2015 um 10% anzuheben. Hierbei geht es um aktuell ca. 3.700 Kinder, im Ergebnis ca. 18% der knapp 20.000 Krippenkinder. Für diese Verbesserung sollen ca. 3,3 Mio. Euro jährlich aufgewendet werden – also ca. 0,5% des aktuellen Hamburger Kitaetats.
 
Rahmenbedingungen: Die Personalschlüssel in den Hamburger Kitas liegen, verglichen mit denen in anderen Bundesländern, im unteren Drittel. Insbesondere im Krippenbereich: Hier bildet Hamburg das „Schlusslicht“. Von den wissenschaftlich geforderten Fachkraft-Kind-Relationen ist man in der Hansestadt meilenweit entfernt! Die notwendigen Vor- und Nachbereitungszeiten des pädagogischen Fachpersonals werden ebenso wenig bei der Personalbemessung der Kita-Gutscheine berücksichtigt, wie die Ausfallzeiten wegen Urlaub, Krankheit und Weiterbildung! Pädagogische Fachkräfte und Leitungen sind darüber hinaus seit Jahren mit zunehmenden Anforderungen im Alltag konfrontiert (Bildungsempfehlungen, Qualitätsentwicklung, zahlreiche und umfängliche Dokumentationsaufgaben, Hygiene-, Gesundheits-, Brandschutzbestimmungen etc.). Um die von den Kolleg_innen selber gewünschte Betreuungsqualität und Zusammenarbeit mit den Eltern sowie Institutionen im Stadtteil zu gewährleisten, werden enorme Belastungen auf sich genommen. Nicht selten mit den (späteren) Folgen gesundheitlicher Einschränkungen bis hin zu Burn-Outs. Auch die (unbezahlte) Arbeit in der Freizeit, der Verzicht auf Pausen und die gewünschten Weiterbildungen sind keine Seltenheit.
 
Der Vorschlag der SPD-Bürgerschaftsfraktion ist die erste positive Reaktion auf die Proteste der letzten Wochen. Das Angebot ist allerdings angesichts der geringen Zahl der in den Fokus genommenen Kinder und der damit verbundenen Verbesserungen als „homöopathische Dosierung“ zu bewerten (siehe dazu die SOAL-Presseerklärung vom 18.11.2014). Es ist unserer Einschätzung nach eher der Versuch einer Beruhigungspille und soll im beginnenden Wahlkampf gute Stimmung machen. Sollte dies gelingen, wird es nicht zu den insgesamt notwendigen, deutlichen Verbesserungen der Rahmenbedingungen kommen!
 
Es müssen jetzt substantielle Vorschläge von Seiten des Senats folgen, wie eine wirkliche Veränderung der Rahmenbedingungen auf den Weg gebracht werden soll! Wir benötigen eine auch im ersten Schritt spürbare Verbesserung der Fachkraft der Fachkraft-Kind-Relation!

Weitere Infos
 

 

Foto: Peter A pixelio.de


 

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