Auenland (15.07.2010)

Am 25. Juni feierte die Krippe „Auenland“ in Hamburg-Bramfeld Eröffnung. Wir gratulieren! Zweieinhalb Jahre hatte Rita Wridt, Leiterin der Kindertageseinrichtung, auf diesen Tag gewartet und zwischenzeitlich nicht genau gewusst, ob er überhaupt jemals kommen würde. Seit mehr als zwanzig Jahren betreibt sie die Geschäftsführung der Kita „Die Hobbits“, die direkt nebenan, angrenzend an die Grundschule Fahrenkrön, eine Elementar- und Schulkinderbetreuung in Familiengruppen und Hort anbietet. Aufgrund der starken Nachfrage von Eltern, fasste Rita Wridt den Plan, auf dem benachbarten Gewerbegrundstück eine Krippeneinrichtung für Kinder bis zum dritten Lebensjahr zu eröffnen. Anfangs ließ nichts auf irgendwelche Probleme schließen. Wridt fand nette Vermieter und einen Architekten, der das Gebäude umbauen wollte. Die Mittel für den Umbau wurden von der Sozialbehörde bewilligt und so konnte ein Mietvertrag über zehn Jahre unterzeichnet werden.
Im Februar 2009 meldete die Bauprüfstelle Bramfeld dann erstmals Bedenken bei der Genehmigung an. Laut Gesetz sind Kitas und Krippen in Gewerbegebieten nämlich nicht erlaubt. Eine Ausnahmeregelung sei denkbar, wenn es sich um einen Betriebskindergarten handele. Das dies nicht der Fall war, sollte eine Befreiung vom Verbot angestrebt werden, was eine Nachbarschaftsbefragung nach sich zog. Alle Nachbarn zeigten sich einverstanden, bis auf eine Firma für Messgeräte, die prompt Widerspruch gegen die Genehmigung einlegte. Es begannen zähe und langwierige Verhandlungen.

Bis heute ist nicht ganz ersichtlich, weshalb die Firma für Messgeräte gegen die Krippe war. Befürchtete sie wirklich ein erhöhtes Verkehrsaufkommen durch die neue Einrichtung? Wie auch immer, der Streit konnte schließlich im November 2009 geschlichtet werden. Rita Wridt erhielt vom Bezirksamt Wandsbek grünes Licht für die Nutzungsänderung des Gebäudes am Fahrenkrön. Nun können dort zwei Gruppen mit 27 Kindern einziehen und später in Kindergarten und Grundschule wechseln. Zwei Institutionen direkt neben dem Gewerbegebiet. Übrigens ist noch nie jemand auf die Idee gekommen, sich über ein erhöhtes Verkehrsaufkommen durch Schule und Kita zu beschweren. Möge es so bleiben.
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