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Einigung bei der Kita-Volksinitiative: Transparenz und Fachlichkeit bleiben auf der Strecke (11.09.2018)

In das Kinderbetreuungsgesetz (KibeG) wird verbindlich aufgenommen, dass bis zum 01.01.2021 der Fachkraftschlüssel für Kinder bis 3 Jahre 1:4 und bis zum 01.01.2024 für Elementarkinder bis vor der Einschulung 1:10 beträgt. Das ist ein wesentlicher Erfolg der Aktivist*innen. Das Ziel, endlich auch die „mittelbare Pädagogik“ (s.u.) in dem Betreuungsschlüssel zu berücksichtigen, konnte jedoch nicht erreicht werden.


Die Aktivist*innen der Volksinitiative und das Kitanetzwerk setzen sich seit vielen Jahren mit viel Energie und Engagement für eine bessere Personalausstattung in den Hamburger Kitas ein. Dafür verdienen Sie Dank und Hochachtung. Ihnen ist es auch zu verdanken, dass sich inzwischen in Hamburg herumgesprochen hat, dass es in der Kita neben der unmittelbaren Betreuung auch viele Aufgaben gibt, für die die Fachkräfte ebenfalls Zeit benötigen. Dies ist die sog. „mittelbare Pädagogik“ (ca. 7,55% der Arbeitszeit). Darunter fallen, Dokumentation der Entwicklung der Kinder, Entwicklungsgespräche mit den Eltern, Teamsitzungen, Fortbildungen und vieles mehr. Zusammen mit den Ausfallzeiten wie, Urlaub und Krankheit (ca. 17,45 % der Arbeitszeit) wird dafür rund 1/4 der Arbeitszeit der Fachkräfte benötigt.
Transparenz zum Betreuungsschlüssel und Anerkennung der Fachlichkeit sind leider auf der Strecke geblieben!
Der jetzt vereinbarte Kompromiss ist ein bitteres Armutszeugnis für den Hamburger Senat. Wider besseren Wissens wurde die Chance vertan, endlich ehrliche transparente Betreuungsschlüssel zu vereinbaren. Ohne die Berücksichtigung von „mittelbarer Pädagogik“ und Ausfallzeiten im Betreuungsschlüssel werden in Wahrheit statt 4 Krippenkinder 5 und statt 10 Elementarkinder 12,5 betreut.


Der Landesrahmenvertrag Kita regelt diverse mittelbar pädagogische Aufgaben verpflichtend[1], die außerhalb der unmittelbaren Betreuung erfolgen müssen. Dies endlich konsequent in die Personalschlüssel einzurechnen wurde abgelehnt. Das ist nicht nur absurd, sondern auch ein Schlag ins Gesicht der Kitafachkräfte, die diese vielfältigen Aufgaben leisten müssen. Sie sind ein wesentlicher Qualitätsaspekt der frühkindlichen Bildung. Das zu ignorieren ist grob unfachlich!
Bleibt nur zu hoffen, dass sich der Senat noch eines Besseren besinnt und seine Absichtserklärungen zur mittelbaren Pädagogik im sog. Eckpunktepapier einlöst! SOAL e. V. wird sich weiter für diese dringend notwendigen Qualitätsverbesserungen einsetzen.
 

Kontakt:
Sabine Kümmerle | Geschäftsführerin, sabine.kuemmerle@soal.de, 040 / 432 584 14

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