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Grimme-Preis (04.02.2020)

Grimme-Preis

In verschiedensten Fachkreisen haben sich viele Menschen der Diskussion über die im Dokumentarfilm gezeigten grenzverletzenden Methoden angenommen. Unter dem Titel „Elternschule“ wird den Zuschauern gezeigt, wie in einer Gelsenkirchener Kinder- und Jugendklinik hilflose Kinder und ebenso hilflose und überforderte Eltern wieder auf den vermeintlich richtigen Weg gebracht werden. Eine der Filmszenen zeigt beispielsweise wie ein Kind in einem Gitterkrankenhausbett zum Schlafen in einen dunklen Raum, ohne Eltern, gebracht wird. Selbst wenn es schreit, haben die Eltern keinen Zugang zu dem Kind. Es wird von einer Schwester über einen Monitor überwacht. Selbst kann das Kind das Bett nicht verlassen, die Gitter sind zu hoch.

Es sind Szenen, die als Grenzverletzungen und gegen das Wohl des Kindes zu deuten sind und sich fernab einer beziehungsorientierten, Klarheit vermittelnden Erziehung befinden. Szenen die zudem deutlich machen, hier sind Menschen die bereits viel früher eine individuelle und zugewandte Begleitung und Unterstützung hätten erhalten müssen.

Nun ist dieser Dokumentarfilm für den Grimme Preis nominiert worden. Unseres Erachtens ist ein Film, der grenzverletzendes Verhalten gegenüber Schutzbefohlenen darstellt, eines Preises in keiner Weise würdig.

Durch die sehr einseitige Dokumentation wurde kein umfassendes, mehrschichtiges Bild dieser Thematik geschaffen und genügt so nicht. Der Film macht Grenzüberschreitungen an Kindern wieder salonfähig. Ebenso verspricht er eine  vermeintliche Lösung für ein gesellschaftliches Problem zu sein. Gewalt, ob psychisch oder physisch, darf keine Lösung sein für ein Problem welches strukturell gemacht ist.

SOAL fordert die Jury auf, den Film aus der Auswahl zu entfernen, denn eine Nominierung dieses Filmes würde die Legitimierung von Gewalt gegenüber Kindern bedeuten.
 

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