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Herausgefordert (03.04.2020)

Herausgefordert

Begleitung von Familien, die jetzt besonders herausgefordert sind

Die Betreuung der Kinder fordert Familien vielfältig heraus. Alle sind konfrontiert mit Enge, einem ungewohnten Alltag, Einschränkungen im öffentlichen Leben und der Kunst, alle Bedürfnisse in einer Familie unter einen Hut zu bringen. Manche Eltern vernetzten sich mit anderen, tauschen sich aus, sprechen sich den Frust von der Seele und holen sich Ideen. Wieder andere fühlen sich, aus welchen Gründen auch immer, bereits belastet und brauchen die Kita als dringende und notwendige Ergänzung für sich selbst und ihre Familienleben.

Als Pädagog*innen könnt ihr vermutlich gut einschätzen, wie es den Kindern in der jetzigen Situation Zuhause geht. Und ihr berichtet uns wie ihr Eltern unterstützt und beratet. Wir wollen den Fokus hier auf Familien legen, um deren Wohl ihr euch sorgt und bei denen ihr euch fragt wie sie diesen neuen Alltag meistern.

Kinder, für die es über den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) eine Verfügung gibt, dass sie die Kita besuchen müssen, müssen weiterhin betreut werden. Es gilt weiterhin, dass ihr immer dann an den ASD eine Meldung macht, wenn das Kind nicht in der Kita erschienen ist. Solltet ihr die Betreuung in der eigenen Kita aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst anbieten können, braucht es die Vernetzung im Sozialraum. Bestimmt findet ihr aufgrund eurer Vernetzung und gemeinsam mit den Eltern, auch unter Einbezug des ASD, eine Einrichtung, die in dieser Zeit einspringen kann.

Sowohl die freien Träger wie auch die ASD arbeiten weiter. Alle sind jedoch damit beschäftigt, sich auf Homeoffice umzustellen und neue Kommunikationswege zu installieren. Auch Fragen des Datenschutzes müssen dabei beachtet werden. Die Arbeit wird jedoch weitergeführt und gerade Familien, in denen eine Kindeswohlgefährdung nach § 8a SGB VIII festgestellt oder befürchtet wird, sind in Begleitung. Erscheint ein Kind also wirklich nicht in der Kita und erreicht ihr niemanden vom ASD, könnt ihr euch auch an den freien Träger wenden. Solltet ihr niemanden erreichen, wendet ihr euch bitte an SOAL und dort an Sandra Küchler, der Jugendhilfereferentin für den Bereich Kinder- und Jugendhilfe. (sandra dot küchler at soal dot de)

Aktuell wird in der BASFI beraten, ob es lokale Lösungen in den Bezirken geben kann und soll und ob Pädagog*innen von Trägern, bei denen gerade wenig zu tun ist, freigestellt werden können, um dort eingesetzt zu werden, wo sie benötigt werden (s. SodEG).

Kinder, die aufgrund eines besonderen sozialpädagogischen Bedarfs einen erhöhten Gutscheinumfang besitzen, sollten ebenso weiter betreut werden. Das ist immer dann wichtig, wenn ihr im Team zu der Einschätzung gekommen seid, dass es für das Kind wichtig und besser sei, ein paar Stunden des Tages in der Kita zu verbringen. Eine Pflicht, ihr Kind zu bringen, gibt es hier für die Eltern. Bietet es deshalb ggf. proaktiv an.

Noch gibt es wenige Rückmeldungen von euch, wie ihr Familien beratet, bei denen ihr euch Sorgen um das Wohlergehen der Kinder macht. Entweder betreut ihr sie bereits oder ihr seid zwar im Kontakt mit den Familien, seid aber vor allem auch noch damit beschäftigt, euch in der neuen Situation zurechtzufinden. Und habt den Eindruck gewonnen, dass die Familien zurechtkommen.

Der Jugendhilfe-Träger Fähre SCM Kinder- und Jugendhilfe GmbH in Wilhelmsburg hat uns berichtet, wie sie innerhalb der sozialpädagogischen Familienhilfe ihre Familien in der aktuellen Situation begleiten. Das hat uns inspiriert, auch für den Kitabereich folgende Vorschläge zu machen:

Ihr arbeitet mit Familien, bei denen ihr euch um das Wohlergehen aller, besonders aber der Kinder sorgt? Dann beratet ihr gerade diese Eltern mit Wohlwollen und Sorgfalt z. B. am Telefon. Ihr könnt auch – wie die Mitarbeitenden der Fähre – individuelle Notfallpläne mit ihnen erarbeiten:

 

  • Wie sieht euer Tagesablauf aus? Welche Strukturen und Rituale können euch helfen?
  • Wie könnt ihr Zeit getrennt voneinander verbringen? Womit können sich die Kinder auch mal alleine beschäftigen?
  • Können die Kinder Zuhause betreut werden? Oder ist es besser, wenn sie in die Kita kommen?
  • Wie kann es euch gelingen, Zeit draußen zu verbringen? Was braucht ihr dazu?
  • Wie könnt ihr euch aus dem Weg gehen, wenn Mama oder Papa schlechte Laune haben?
  • Wie könnt ihr Frust oder Wut loswerden, ohne dass jemandem dabei etwas passiert?
  • Wo findet ihr Rezepte, um jetzt täglich Essen für die gesamte Familie zuzubereiten?
  • Wie kann es euch gelingen, dass die Kinder ausreichend Bewegung haben, was allen zugute kommt?
  •   …

Dazu zählt auch, dass die Familien euch im Notfall erreichen oder dass ihnen folgende Nummern bekannt sind.

Die Einrichtungen des Kinderschutzbundes haben ihre telefonischen Beratungszeiten stark ausgeweitet:
Elterntelefon: 0800-111 0 550
Kinderschutzzentrum Hamburg: 040-491 00 07
Kinderschutzzentrum Harburg: 040-79 01 04 0
Anlaufstelle Frühe Hilfen Eimsbüttel: 040-431 79 48 212
Beratungsstelle Frühe Hilfen Harburg / Süderelbe: 040-79 01 04 44
Erziehungsberatung Burgstraße: 040-43 29 27 20
Zusätzlich haben sie Mo-Fr 10-12 Uhr eine Telefonsprechstunde auf arabisch und farsi eingerichtet.

An dieser Stelle herzlichen Dank und großen Respekt für eure Arbeit! Diese ist im Moment so wichtig. Wir bekommen von fachinternen wie auch fachexternen Menschen die Rückmeldung, dass sie sich jetzt besonders um Kinder sorgen. Wir sind froh, euch an ihrer Seite zu wissen!

Das SOAL Fachberatungsteam

 

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