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Horte (04.02.2010)

Horte

Primarschulen: Pilot-Projekt für schlechtere Betreuungsqualität an Horten

Während auf der Ebene der Sparmaßnahmen derzeit weit gehend Funkstille herrscht, gibt es beunruhigende Neuigkeiten zum Thema "verlässliche Betreuung an Primarschulen". Gerade noch hatten Fachbehörden wie auch die fachpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der GAL und CDU davon gesprochen, dass nun endlich Zeit sei, in Ruhe und mit Sachverstand die gewonnene Zeit bis 2013 zu nutzen, um die ungeklärten Themen fachlich angemessen zu bearbeiten, da flattert den Verbänden eine unabgesprochene Ausschreibung auf den Verhandlungstisch. Sie fordert die Grundschulen dazu auf, sich für August 2010 als Modellschule für die verlässliche Betreuung unter den Bedingungen des Eckpunktepapiers zu bewerben.

Der Aufruf wurde ohne Absprache mit den Kita-Anbietern der Verhandlungskommission am 19.01.10 versendet. Benachrichtigt wurden die Mitglieder der Verhandlungskommission erst einen Tag später. Soal sieht die Vorgehensweise der Bildungsbehörde als einen heftigen Affront gegenüber den Kita-Anbietern. Doch das eigentliche Problem ist das Pilotprojekt selbst. „Durch die Vorwegnahme der BSB von den zukünftigen und gleichzeitig mangelhaften Rahmenbedingungen für die verlässliche Betreuung an Primarschulen, sollen weitere Verhandlungen in der Verhandlungskommission faktisch ausgehebelt werden“, kritisiert Elimar Sturmhoebel (Pressereferent Soal).

Die Vorgehensweise der BSB, die Verhandlungskommission auszuschalten und gleichzeitig die Rahmenbedingungen für die Ausstattung des Pilotversuchs einseitig auf die Konditionen des Eckpunktepapiers festzulegen, zeige deutlich die Zielsetzung der BSB, moniert Sturmhoebel. Es gehe der Behörde darum, mit Hilfe williger Schulen und Träger ohne lästige Verhandlungen nachzuweisen, dass die verlässliche Betreuung an Primarschulen kostenneutral und bei einer Gruppenfrequenz von 25 Kindern umsetzbar ist. Sturmhoebel: „Wenn „bewiesen“ werden kann, dass auf der Basis der Standards des Eckpunktepapiers die Betreuung machbar ist, wären keine deutlichen Qualitätsverbesserungen mehr zu erreichen.“ Gleichzeitig würde es der BSB gelingen, die Anbieterseite zu spalten und die Träger, die weiterhin eine ausreichende Ausstattungsqualität im Interesse der Kinder fordern, zu isolieren, allen fachlichen Argumenten zum Trotz. SOAL fordert deshalb alle Hortträger auf, sich nicht an dem Pilotprojekt Modellschulstandort für die verlässliche Betreuung an Primarschulen beteiligen, wenn dies zu den Konditionen des Eckpunktepapiers erfolgen soll!

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