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Hortreform 2011? (21.09.2010)

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft,

in den vergangenen Wochen hat sich angesichts der Sparklausur des Senates, der überproportional angestiegenen Elternbeiträge im Hortbereich und als Konsequenz aus dem Scheitern der Primarschule der Druck auf die Fachbehörden, die Schulen und alle weiteren Beteiligten spürbar erhöht, möglichst schon in 2011 die Hortreform umzusetzen. Diese Entwicklung nimmt der Alternative Wohlfahrtsverband sozial & alternativ SOAL e. V. mit großer Besorgnis wahr. Unsere Besorgnis betrifft sowohl die Entwicklung in den Schulen und kooperierenden Horten als auch in den Kindertagesstätten, die bisher Hortbetreuung anbieten und schnellstmöglich umstrukturieren müssen - ohne derzeit zu wissen, wie sie aufgefangen werden.

Im Vorfeld der morgigen Schulleiterkonferenz wenden sich die SOAL Einrichtungen mit dem dringenden Aufruf an die Verantwortlichen der beiden Fachbehörden und der Politik, diesen Druck auf die Schulleiter bewusst zu entschärfen und auf eine besonnene Entwicklung der ganztägigen Bildung und Betreuung an Schulen hinzuwirken, die den Zusammenhang zwischen Schulen und Kindertagesstätten einbezieht. Nur so kann ein geordneter Übergang im Interesse aller Beteiligten gewährleistet werden.

Wird der Ausbau bereits 2011/2012 in der Fläche forciert, befürchtet SOAL chaotische Zustände. Es gibt weder genug qualifizierte HorterzieherInnen für eine kurzfristige Flächeneinführung noch sind die Raum-, Konzept- und Organisationsfragen an allen Standorten so schnell befriedigend zu klären. Die Eltern sind bislang kaum darüber informiert was auf sie zukommt.
Die Auswirkungen einer kurzfristigen Flächeneinführung wären aufgrund der Sogwirkung der Schulstandorte für den gesamten Bereich der Kindertagesbetreuung gravierend. Horte und Kitas mit Hortgruppen sind massiv in ihrer Existenz bedroht, wenn es nicht ausreichend Zeit und finanzielle Unterstützung für eine Umsteuerung gibt. Die Alternative für die Kitas mit Hortgruppen, ein sofortiger Ausstieg aus der Schulkindbetreuung, würde ebenfalls zu unhaltbaren Zuständen für die Eltern, die Kinder und die Einrichtungen selbst führen.

Die Erfahrungen mit der Schulreform haben gezeigt, wie schnell eine wegweisende Idee durch unzureichende Einbindung und Vermittlungsarbeit bei den Betroffenen und durch eine zu ambitionierte Zeitschiene scheitern kann. Wir plädieren daher mit Nachdruck dafür, die mit der Einführung verbundenen Problemstellungen transparent zu machen und zu verdeutlichen, dass nur ein sorgfältiger und geordneter Prozess, der die Belange aller Beteiligten berücksichtigt, zielführend sein kann und zu einem gemeinsamen Bildungsprozess mit Weitsicht führt.
In der Anlage finden Sie die ausführlichere SOAL Position zum Thema Hortreform 2011.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Kümmerle



Alternativer Wohlfahrtsverband


 

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