Infos und Downloads zu Soal KIT und Soal Kalk.
mehr »
|
|
Suche: |
Sie sind hier: News-Einzelansicht »
Kita 21 - Interview (15.06.2009)![]() Drei Soal-Einrichtungen beteiligen sich am Modellprojekt Kita 21, welches sich mit der Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Kitas befasst. Eine der Einrichtungen ist die Kindervilla Fruchtallee in Hamburg-Eimsbüttel. Holler Vierth, Leiter der Kita, nimmt gemeinsam mit der Erzieherin Anke Worthmann, Frachfrau für die Arbeit mit den Kindern im Außenbereich, an den Workshops des Modellprojekts teil. Im Interview beantwortete er unserer Fragen zum Projekt. Im Rahmen des Kita 21-Projekts hast du mit deiner Kollegin einen zweitägigen Grundlagenworkshop besucht. Worum ging es dabei?
Kannst du sie kurz erklären? Es handelt sich, erstens, um die Effizienzstrategie, mit der ich überprüfe, ob ich eine Sache effektiver nutzen kann. Zweitens, um die Suffizienzstrategie, die mich dazu veranlasst, genügsamer zu handeln und eher weniger als mehr zu brauchen. Drittens, die Konsistenzstrategie, nach der die Dinge, die ich verwende, umweltverträglich sein sollen. Viertens, die Gerechtigkeitsstrategie, mit der ich untersuche, ob ich sozial ausgeglichen handele. Das sind vier Strategien, die zwar nicht in einem unmittelbaren Zusammenhang zueinanderstehen, sich aber dennoch ergänzen. Auch einfache Sachlagen lassen sich mit ihnen leicht beurteilen und einordnen. Das gilt für die Beurteilung eines Kugelschreiber, eines Kleidungsstücks bis hin zu den Bildungsangeboten in der Kita. Sowohl Anke als auch ich sind euphorisiert aus dem Grundlagenworkshop herausgegangen. Wir fanden, dass er sehr interessant war und ein hohes Niveau hatte. Welche Anregungen habt ihr für die Kita-Praxis erhalten? Im Grundlagenworkshop haben wir gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden ein Beispiel untersucht. Es ging um die Ernährung in der Kita. Wir in der Kindervilla betreiben unsere eigene Küche, aber die meisten anderen Einrichtungen lassen sich das Essen liefern. Diese Situation haben wir näher beleuchtet. Ich will zwei Blickwinkel nennen, den ökonomischen und ökologischen. Ökonomisch gesehen sind verschiedene Arbeitsplätze mit den Essenslieferdiensten verbunden, ebenso wie eine Lebensmittelindustrie. Unter dem ökologischen Gesichtspunkt müssen wir natürlich den Transport berücksichtigen, der sich weniger positiv in der Bilanz auswirkt. Am Ende unserer Untersuchungen haben wir herausgefunden, dass die Kita, die eine eigene Küche hat und selbst kocht, am nachhaltigsten wirtschaftet. Es kommt also auch darauf an, eine bessere Alternative zu finden? Richtig, es geht darum, konkrete Vorhaben zu entwickeln, die etwas verändern. Man lernt das Für und Wider genau abzuwägen und auch, die Ergebnisse für einen ethischen Wert eventuell zu verschieben. Was hat sich für die Kindervilla ergeben? Für mich hat sich im Grundlagenworkshop gezeigt, dass wir in unserer Kita noch nicht sehr nachhaltig wirtschaften, und das möchte ich dauerhaft verändern. Meine Überlegungen reichen bis dahin, wie wir eine vernünftige Heizungsanlage, am liebsten mit solarer Brauchwassererwärmung, einbauen können oder auch eine vernünftige Wärmedämmung. Aber ich denke auch an kleinere Projekte, die wir als Bildungsanlässe für Kinder nutzen können. Wir wollen die Kinder mit ihrer Gestaltungskompetenz vertraut machen. Eine Fähigkeit, die sie später brauchen, um ihre Zukunft zu gestalten. Außerdem hat uns auch das Thema Ernährung inspiriert. Inwiefern? Wir wollen einen direkten Kontakt zu einem Biobauernhof in Iserbrook herstellen und ihn mit den Kindern regelmäßig besuchen. Die Kinder könnten aus erster Hand erfahren, woher unser Nahrung stammt und vielleicht auch, weshalb ökologischer Anbau ein Vorteil ist. Es sollte aber eine wechselseitige Sache sein. Warum soll dieser Bauer nicht für einige Stunden in der Woche hierher kommen, sich auf den Parkplatz stellen und seine Produkte verkaufen? Das wäre ein direkter und gleichzeitig nachhaltiger Weg. Wir würden mit den Kindern also diesen Hof besuchen und gleichzeitig würden die Kinder sehen, dass ihre Eltern dort ihre Lebensmittel kaufen. Habt ihr auch schon Ideen für den Projektworkshop? Wir wollen einen Solartrockner bauen, mit dem die Kinder dann verschiedene Nahrungsmittel wie Apfelringe oder auch Kräuter trocknen können. Es geht dabei darum, dass die Kinder sehen, wie viel Kraft die Sonne hat. Und dass sie diese Kraft nutzen können. Hast du einen Wunsch an das Projekt Kita 21? Ich wünsche mir einen Austausch mit den anderen Teilnehmern nach einem halben Jahr, damit wir sehen, was die anderen so gemacht haben. Deshalb wäre es toll, wenn die Veranstalter zu einem Treffen mit allen Einrichtungen einladen würden. Wir könnten sogar ein kleines Netzwerk untereinander einrichten.
Mehr erfahren Sie unter www.kita21.de |