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Rasselbande-Horn (04.06.2010)

Rasselbande-Horn

Corinna Kohlhof, Leiterin der Kita Rasselbande-Horn, kommt mir aus der sonnengelben Küche der Kita entgegen. Heute hat Mitarbeiterin Anja Steckel eine leckere Hühnersuppe gekocht, da musste sie unbedingt kurz probieren. „Lecker!“ Corinna Kohlhof ist zu Recht stolz darauf, dass in ihrer Kita alle dreißig Kinder täglich mit einem frischen, selbstgekochten Mittagessen versorgt werden. „Unsere Kinder kennen alle Gemüse- und Obstsorten“, sagt Corinna Kohlhof und deutet auf den Kochtopf. „Möchtest du probieren?“ Zugegeben, das Angebot ist reizvoll, aber wegen des Essens bin ich nicht hier. Heute findet bei der Rasselbande-Horn eine Generalprobe statt, denn am 5. Juni tritt die hauseigene Gesangsgruppe Metatron auf dem Stadtteilfest auf und ich darf mir das Programm vorab anhören. Zu den Metatrons gehören die sieben- bis zwölfjährigen Hortkinder, die von der Erzieherin Tanja Skibitzki unterstützt werden, auch stimmlich.

Corinna Kohlhof zeigt mir die Räume. Angefangen hat alles 1993 im ehemaligen Ladengeschäft, das von einem Tagesmütterzusammenschluss genutzt wurde. Corinna Kohlhof übernahm 1996 die Leitung und machte eine privatgewerbliche Kita daraus. Selbstredend werden auch ihre eigenen vier Kinder in der Kita betreut. Auch ihr Mann hilft tatkräftig in der Kita mit, obwohl er „nebenbei“ seinem eigenen Beruf nachgeht. Schnell kommt man sich in der Rasselbande vor, wie in einer großen Familie. Mit Hilfe des Vermieters, der GWG, wurden die Räume für eine bessere Nutzbarkeit ausgebaut. Seitdem kann auch der Keller als Bewegungs- und Theaterraum genutzt werden. Sehr hilfreich fand Corinna Kohlhof auch die Unterstützung des SOAL-Fachberaters Elimar Sturmhoebel, der viele Ideen für den Ausbau beisteuerte. Im Stadtteil, der aus einem rotgeklinkerten Wohnkomplex der GWG besteht, fühlt sich die Rasselbande wohl. „Sowohl unsere Vermieter, die GWG, als auch die Nachbarn freuen sich über die Kinder und unterstützen uns, wo sie nur können“, freut sich Corinna Kohlhof.

Nach einem kurzen Rundgang durch die Räume, gehen wir in den Bewegungs- und Theaterraum, der sich im Souterrain der Einrichtung befindet. Ich staune. Ein Teil des Raumes besteht aus einer kleinen, aber feinen Bühne, die von einem Vorhang mit Sternchenmuster verhüllt wird. Direkt daneben steht das Klavier, an das sich nun der Viertklässler Nicolas und die Erzieherin Elena Dorfmann setzen. Nicolas ist 9 Jahre alt singt und spielt seit fünf Jahren leidenschaftlich gern Klavier. Die Pädagogin ist eine ausgebildete Musikerin, Konzertpianistin sogar, und hat viel Freude daran, ihr Können mit den Kindern zu teilen. Das Vergnügen ist beidseitig. „Auf dem Klavier hören sich alle Lieder besonders schön an“, schwärmt Alica (7), die dann im Bühnenkostüm hinter dem Vorhang verschwindet. Im Rahmen des Wochenplans hat jede Gruppe (6 – 8 Kinder) etwa zwanzig bis dreißig Minuten täglich Zeit für die Musik. „Wir singen, spielen auf Instrumenten und bewegen uns zur Musik“, berichtet Corinna Kohlhof. „Darüber hinaus gibt es eine Instrumenten-AG und besondere Proben für die Metatron-Band. Aber auch die Kleineren haben ihre eigene Gesangsgruppe, die Klangstrolche.“

Die Unterhaltung wird jäh unterbrochen, als die kleinen Zuschauer vor der Bühne Platz nehmen. Hinter dem Vorhang ist aufgeregtes Tuscheln zu hören. Applaus für die Metatron-Band! Als das erste Lied angestimmt wird, singt das Publikum lauthals mit. Kinder aus elf Nationen sind hier versammelt und sie alle wippen im Takt. Ich lausche einigen Musical-Hits und finde schnell heraus, dass der Lieblingssänger der Kinder Michael Jackson heißt. Corinna Kohlhof, ihr Mann und ihre vier Kinder sind nach eigenen Worten selbst „musikbegeistert“ und haben zuhause sogar ein kleines Tonstudio eingerichtet. Ihre Freunde, etwa ein Saxophonspieler, helfen dabei, die Metatron-Truppe bei den Tonbandaufnahmen zu begleiten. Nun hat Corinna Kohlhof noch einen ganz besonderen Wunsch: „Wir möchten so gern eine richtige CD aufnehmen“, sagt sie und fügt grinsend hinzu: „Ich kenne eine Menge Eltern, die so eine Aufnahme sofort kaufen würden.“ Vermutlich hat sie bereits Pläne, wie sie die Eltern als Background-Chor einsetzen kann, denke ich. Schließlich hat sie bereits die ganze Kita mit Musik infiziert. Auf dem Nachhauseweg summe ich ein Lied. Was auch sonst!?
Maren v. Klitzing

Weitere Infos - auch zum Auftritt -  unter: www.rasselbande-horn.de

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