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SOAL-Ideen (30.03.2020)

SOAL-Ideen

Wie Pädaogog*innen die Familien unterstützen

In vielen Einrichtungen entstehen gute Ideen; Kolleg*innen schalten sich per Video in die Familien ein, lesen vor, singen bekannte Kinderlieder und gestalten einen virtuellen Morgenkreis. Der Unterschied zu den vielen Tipps, die im Internet verbreitet werden, ist der, dass die Kinder ihre Erzieher*innen kennen. Die vertrauten Personen zu sehen (oder von ihnen zu lesen), kann Sicherheit und Geborgenheit vermitteln und die Eltern wirklich entlasten. Einige Einrichtungen gehen noch einen Schritt weiter und bieten Telefonberatungen für Eltern an.  Auch das kann eine wertvolle Unterstützung sein, da die Erzieher*innen die Kinder mit ihren Familien persönlich kennen. Insofern möchten wir die Pädagog*innen  ermutigen, den Kindern und Eltern eure Zeit zu schenken und mit ihnen zu fühlen. Ihre Offenheit und ihr Verständnis ist vielleicht genau das, was im Augenblick weiterhilft, wieder bei sich zu sein und eine Lösung zu finden.
  
Wir haben aus vielen Soal Einrichtungen so  tolle Ideen erhalten, wie die Kolleg*innen Kontakt zu Kindern und Eltern halten können. Diese Ideen haben wir zusammengetragen. Vielleicht passt eine davon zu euch, zum Team und zur Kitakultur und zu dem, was eure Familien brauchen. 

Für Familien, denen es in dieser Zeit nicht so gut geht, möchten wir euch auf die Sorgentelefonnummern des Kinderschutzbundes aufmerksam machen. Die Einrichtungen haben ihre telefonischen Beratungszeiten stark ausgeweitet.

Elterntelefon: 0800-111 0 550
Kinderschutzzentrum Hamburg: 040-491 00 07
Kinderschutzzentrum Harburg: 040-79 01 04 0
Anlaufstelle Frühe Hilfen Eimsbüttel: 040-431 79 48 212
Beratungsstelle Frühe Hilfen Harburg / Süderelbe: 040-79 01 04 44
Erziehungsberatung Burgstraße: 040-43 29 27 20
Zusätzlich haben sie Mo - Fr 10-12 Uhr eine Telefonsprechstunde auf arabisch und farsi eingerichtet.

SOaL möchte sich bei allen Pädagog*innen bedanken, die mit Kreativität, Verständnis und Liebe die Familien in dieser Zeit begleiten. Vielen Dank für eure Arbeit!!

Ideen der Erzieherinnen und Erzieher aus den SOAL-Einrichtungen

Post von der Kita/der Einrichtung
Erzieher*innen der Kita Harmsstraße haben den Kindern eine Karte mit einem Gedicht geschickt. Dazu haben sie jeweils noch ein Pixi-Buch gelegt, das sie vorher in einem Buchladen bestellt hatten. „So bleiben wir den Kindern in Erinnerung“, sagt Kita-Leiterin Hava Bozkurt.

Weitere Ideen:

  • Eine schöne Postkarte mit einem Gedicht, einer Zeichnung, einem Foto der Kita/der Erzieher*innen oder einfach einem netten Gruß an die Kinder schicken
  • Eine Geschichte erfinden und/oder eine Fortsetzungsgeschichte schreiben (z. B. darüber, was die Spielzeugtiere in der Kita jetzt machen) und somit öfter an die Kinder schreiben
  • Ausmalbögen zum Anmalen verschicken
  • Lernmaterialien (z. B. mit einem Sprachförderschwerpunkt) an ältere Kinder
  • Blumen- oder Pflanzensamen (gleichzeitig sät auch die Erzieher*innen Samen aus - über einen Videokanal kann das Heranwachsen der Pflanzen dokumentiert werden)


Videos aus der Einrichtung
„Ich habe einen YouTube Kanal, um mit den Kindern im Kontakt zu bleiben“, sagt Erzieherin Alicia Hosp, von der Kita Naturwichtel. „Ich erzähle jeden Tag eine Geschichte und habe viele Ideen, Rezepte und Lieder gefilmt.“

Kurze Filme lassen sich mit dem Smartphone aufnehmen und an die Eltern versenden. Oft haben auch die Homepages einen internen Bereich, in dem die Filme eingebunden werden können. Es ist auch möglich, Filme in einen persönlichen Youtube-Kanal hochzuladen und dort zur Verfügung zu stellen.

Ideen für Videos:

  • Lieblingslieder aus der Kita singen
  • Digitaler Morgenkreis
  • Gedichte, Reime, Fingerspiele
  • Vorlesen aus Lieblingsbüchern (hier könnten auch die Bilder gezeigt werden)
  • Kamishibai-Lesungen filmen
  • Turn- und Bewegungsspiele
  • Bastelideen (z. B. Knete selbst herstellen oder Ostervorbereitungen, z. B. Eier mit Pflanzen und Blüten färben)
  • Bericht über das Heranwachsen ausgesäter Blumen- und Pflanzensamen
  • Tiere beobachten (z. B. Insekten o. ä.)
  • Spiele (z. B. Spiele mit Murmeln)
  • Fotogeschichten (Fotos oder Bilder zeigen und dazu eine Geschichte erfinden(eine Vielzahl von kostenlosen Tierfotos gibt es u.a. auf www.pixabay.de))
  • einfache Rezepte nachkochen
  • Schleife binden zeigen
  • eine Quatschsprache erfinden und  ausprobieren
  •  mehrsprachige Erzieher*innen könnten vormachen, wie die Tiere in ihrer Sprache sprechen, bzw. muhen, bellen, meckern, miauen
  • Schattentheater spielen
  • Musizieren mit Alltagsgegenständen
  • Puppentheater mit den Spielzeugtieren oder Handpuppen aufführen

Digitale  Pinnwände
Bilder oder Geschichten lassen sich auch über Padlets gemeinsam erfinden.

Verleihen von Spielzeug

Spielsachen (vorher desinfiziert) kann von den Kindern und ihren Eltern kontaktarm ausgeliehen werden, wenn die Erzieher*innen es zur verabredeten Zeit vor die Tür stellt.

Hilfe für Eltern per Telefon
Einige Erzieher*innen bieten Sprechstunden für Eltern an und beraten über Tagesgestaltung. Die Kita Kinderkeisel stellt den Kontakt zu einer Psychologin her, die Eltern bei Bedarf begleitet.

Wir sind neugierig, welche Ideen dazu kommen, es ist erst ein Anfang!

Hintergrund:
leere Spielplätze und nur vereinzelte Menschen auf den Straßen prägen zurzeit das scheinbar stille Stadtbild von Hamburg. Auch in den meisten Einrichtungen ist es derzeit ungewohnt leer. Das eigentliche Leben findet nun in den Wohnungen, Häusern und auch Wohnunterkünften statt. Für viele ist es Familienzeit, man ist so nah beieinander wie schon lange nicht mehr. Der Alltag für die Eltern ist komplett neu. Plötzlich ist Zeit, um gemeinsam mit den Kindern zu spielen, um die Aufgaben aus der Schule zu lösen, zu kochen, zu sein … Mal etwas zu tun, wofür sonst im Alltagstress keine Zeit bleibt. Es könnte sich ein romantisches Bild von perfekten Eltern mit ihren Kindern entwickeln. Ein stiller Wettbewerb, perfekt, gut und richtig zu sein, könnte unterschwellig stattfinden. Und vielen Familien wird es auch gelingen, diese Zeit mit ihren Kindern gut zu verbringen und ihnen Sicherheit zu geben. Sie holen sich z.B. Bastelideen aus dem Internet, vernetzten ihre Kinder mit Freunden über Skype und sind aufmerksam, was die Bedürfnisse der Kinder betrifft.

Und dann kommt irgendwann der Moment, wo die Aufmerksamkeit schwindet, wo Stress sich anbahnt, ein Konflikt entsteht und die Emotionen sich entladen. Die romantische Vorstellung von der perfekten Familie, die endlich mal Zeit für sich hat, platzt wie eine Blase und stellt sich der Realität.

Der Ausnahmezustand mit seinen Beschränkungen wird uns alle herausfordern und unsere gesellschaftlichen und persönlichen Grenzen aufzeigen. Der Druck, der jetzt auf den Familien lastet, ist groß. Die meisten Eltern sind es nicht mehr gewohnt den ganzen Tag mit ihren Kindern zu verbringen. Das ist kein Urlaub! Das ist ein neuer Alltag mit einer anderen Struktur. Denn nun gilt es, die Arbeit im Home Office und die Betreuung der Kinder unter einen Hut zu bringen. 

Um diese Situation zu entschärfen und das Miteinander zu erleichtern, haben wir diese Tipps der Erzieher*innen aus SOAL-Einrichtungen zusammengetragen.
 

Foto:Lilian Cordova/Unsplash

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