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Soal-Interview (05.01.2010)![]() "Die Kompetenz der Kollegen aus der Praxis hat Raum und Platz." Elimar Sturmhoebel über die Entwicklung einer Software in Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus den Kitas. (Soal) Gemeinsam mit dem Programmierer Jörg Breitsprecher hast du in den vergangenen Jahren ein Kita-Verwaltungsprogramm entwickelt. Seit kurzem ist die aktuelle Version Soal-Kit 1.4 zu haben. Was steckt hinter der Idee, ein Computer-Verwaltungsprogramm für Kitas zu entwickeln?
Deshalb also die Idee zur Hilfestellung. Ja, eine organisatorische Hilfe erschien uns sehr wichtig. Wir haben uns daraufhin die bestehenden Kita-Verwaltungsprogramme angeschaut und festgestellt, dass wir nie zufrieden waren, da immer ein wesentlicher Teil fehlte. Im Gespräch mit einem Hersteller waren zum Beispiel die Hamburger Besonderheiten im Kita-Gutscheinsystem ein Thema. Es stellte sich bald heraus, dass die Kosten für eine Verbesserung und Anpassung exorbitant hoch gewesen wären. Schließlich kamen wir auf die Idee, selbst ein Programm zu entwickeln. Da kam Jörg Breitsprecher ins Spiel, der bereits seit langem für Soal als Programmierer tätig ist. Wie seid ihr vorgegangen? Im ersten Aufschlag haben wir überlegt, was eigentlich in einem Verwaltungsprogramm enthalten sein muss. Dann haben wir ein Programmdesign hergestellt. Wir haben schnell gemerkt, dass es sinnvoll ist, gemeinsam mit den Kitas zu arbeiten. Deshalb haben wir uns mit einigen Kita-Leitungen zusammengesetzt, um ihre Bedürfnisse herauszufinden. So haben wir das Programm in fünf Schritten bis zur jetzigen Version Soal Kit 1.4 konkretisiert. Was ist neu am Soal Kit 1. 4? Unter anderem haben wir das Soal-Kalkulationsprogramm, welches die betriebswirtschaftlichen Kalkulationen zum Inhalt hat, mit dem Soal Kit-Programm verknüpft. Mit einem Mausklick können Daten aus dem Soal Kit-Verwaltungsprogramm in das Soal-Kalkulationsprogramm übernommen werden.
Wir haben eine sehr umfängliche Betriebsanleitung im Programm installiert, die man lesen kann, ohne das Programm selbst öffnen zu müssen. Zudem bieten wir Eingangsfortbildungen an, bei denen die Mitglieder an einem Tag eine grundlegende Schulung erhalten. Eine andere Möglichkeit ist eine individuelle Schulung zu einem sehr angemessen Preis. Wir kommen in die Kita und schulen die geschäftsführende Kollegin. Bei dieser Schulung steht die Einrichtung mit ihren Zahlen und Daten im Mittelpunkt. Das funktioniert sehr gut und wird gern angenommen.
Ja, insbesondere durch das Soal-Kalkulationsprogramm ändert sich auch die Beratungspraxis. Die Finanz-Check-Beratung ist beispielsweise eine regelmäßige Beratungsleistung geworden. Worum geht es dabei? Die Geschäftsleitungen erhalten die Möglichkeit eines Vieraugenprinzips, verknüpft mit einer kompetenten betriebswirtschaftlichen Begleitung. Erfahrene Kita-Leitungskräfte kommen einmal im Vierteljahr mit ihren betriebswirtschaftlichen Daten aus dem Soal-Kalkulations-Programm zu uns. Gemeinsam behandeln wir dann Fragen wie „Habe ich alles richtig eingegeben?“, „Sind meine Interpretationen zutreffend?“, „Habe ich an irgendeiner Stelle eine Überlegung vergessen?“, „Gibt es noch einen interessanten Aspekt, der herausgearbeitet werden könnte?“ In diesem Rahmen können betriebswirtschaftliche Daten noch einmal überprüft werden, auch in der Vorausschau. Man kann zum Beispiel prognostisch vorausberechnen, wie das kommende Geschäftsjahr sein wird. Und somit Neueinstellungen, Personalplanung oder Ausgabenplanung steuern. Das gibt viel Sicherheit für die betriebswirtschaftliche Führung der Einrichtung. Die Beratung dauert in der Regel nur eine Stunde, und ist mit nur 50 Euro eine gute Investition.
Beispielsweise der Wunsch der Datenaustauschmöglichkeit mit einem Banking-Programm. Wir haben das dann so angepasst, dass alle gängigen Bankingprogramme das Soal Kit verstehen. Natürlich war auch der Wunsch der Vereinsverwaltung mit dabei. Viel diskutiert wurde über die Frage, welche Berichte das Programm erzeugen soll und wie sie aussehen sollen. Damit meine ich die Listen, also Kinderlisten, Gruppenlisten, Elternlisten. Was wer braucht und wie weit unsere Ideen übereinstimmen, war sehr spannend zu sehen. Es war eine tolle Arbeit und sie ist es noch. Die User-Gemeinde ermöglicht durch ihre Rückmeldungen einen gemeinsamen Prozess. Die Kompetenz der Kollegen aus der Praxis hat Raum und Platz. Wenn ihre Anregungen auch für mehrere Nutzer sinnvoll sind, entwickeln wir diese Ideen weiter. Wer kann das Soal Kit nutzen? Alle Kitas in Hamburg. Mit etwas Programmieraufwand könnten wir das Soal Kit aber auch bundesweit auf andere Länderbedingungen anpassen. Vielen Dank für das Interview! Foto Copyright Pixelio, www.pixelio.de, Fotograf: Andreas Morlock |