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SOAL-Meinung (06.03.2020)

SOAL-Meinung

Fachkräfteoffensive am Ende
Manchmal weiß man schon zu Beginn, dass eine Idee nichts taugt. So ging es uns bei SOAL mit der Fachkräfteoffensive, die der Bund im Dezember 2018 mit viel Brimborium in der Presse ankündigte. Nun ist sie vorzeitig durch den Bund eingestellt worden. Auf der Seite des BMFSFJ ist zu lesen, dass „derzeit keine weiteren Interessenbekundungen für das Bundesprogramm eingereicht werden können.“ (https://fachkraefteoffensive.fruehe-chancen.de/antrag/)

Ursprünglich waren 300 Mio.€ und zwei Durchläufe angekündigt gewesen, um die Ausbildung von Fachschüler*innen zu vergüten, um Fachkräfte für die Praxisanleitung dieser Fachschüler*innen freizustellen sowie um einen Aufstiegsbonus zu finanzieren. Die Ideen waren gut, doch die Mittel waren von vornherein zu begrenzt und demzufolge auf eine viel zu geringe Förderzahl ausgelegt. Für Hamburg bedeutete das: Ein bisschen Geld für einige wenige, nämlich 70 Fachschüler*innen, ein bisschen Geld für 200 Anleitungen in Hamburgs 1250 Kitas und ein bisschen Geld für einige wenige heilpädagogische Fachkräfte im Zuge eines Aufstiegsbonus.

Seit Jahren fordern Träger und Verbände strukturelle Verbesserungen für den Bereich der Kindertagesbetreuung. Frustrierend für alle Engagierten sind die Antworten des Bundes dazu: das Gute-Kita-Gesetz und die Fachkräfteoffensive. Programme, die den Expert*innen im Kitabereich wenig sinnvoll erscheinen.

Diese Antworten in Form von Programmen und dem Gute-Kita-Gesetz gehen komplett an den Bedürfnissen vorbei. Obwohl diese Bedürfnisse wissenschaftlich erhoben und von der Praxis dargelegt worden sind. Damit aber nicht genug, die Programme verursachen auch noch unsinnige Arbeit!

Die Fachkräfteoffensive hat – für Hamburg gesprochen - keine Wirksamkeit gezeigt. Verbände und Wissenschaft legen offen, welche Ressourcen gebraucht werden. Ein Bruchteil davon wurde uns angeboten. Durch den hohen Verwaltungsaufwand und die Schwierigkeiten, die Gelder in Hamburg überhaupt „an die Kita zu bringen“ stellt sich die Frage, inwieweit sich diese Offensive finanziell betrachtet überhaupt rentiert hat. Wir vermuten eher, dass die Mehrkosten durch den Aufwand überwiegen. Mehr Fachkräfte gibt es dadurch bestimmt nicht.

Das Programm erscheint uns als Alibi-Handlung. Darauf hätten wir gut und gerne verzichten können. Die Forderungen, die das Arbeitsfeld berechtigterweise stellt, um die Arbeit so zu machen, dass sie den Qualitätsstandards entspricht – den eigenen und denen, die durch die Bildungspläne der Länder gefordert werden – sind öffentlich bekannt. SOAL fordert eine angemessene flächendeckende Ausstattung der Ressourcen.
 

Foto: NeONBRANDUnsplash

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