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Stellungnahme (05.06.2020)

Eingeschränkter Regelbetrieb braucht Regeln!

Seit dem 16. März gibt es in den Kitas eine Notbetreuung, an der nicht alle Kinder teilnehmen können. Angesichts der anhaltend niedrigen Infektionszahlen, ist es aus Sicht des Alternativen Wohlfahrtsverbandes SOAL e. V. geboten, bereits vor den Sommerferien in den eingeschränkten Regelbetrieb zu starten. Damit könnten alle Kinder wieder ihre Kita besuchen, Freunde treffen und zusammen spielen, oder ihren Übergang von der Kita in die Schule mit der vertrauten Gruppe gestalten. Das ist aus Sicht der Kinder, Eltern und Fachkräfte dringend notwendig.
 
Gleichzeitig bleibt der Schritt eine Gratwanderung. Es wird deshalb weiterhin Einschränkungen geben müssen was den Betreuungsumfang und die Organisation des Tagesablaufes für die Kinder angeht. Das machen die zusätzlichen Infektionsschutzmaßnahmen, die unterschiedliche Raumsituation und die z.T. eingeschränkte Verfügbarkeit von Kolleg*innen aus den Risikogruppen notwendig. Aus fachlicher Sicht sind für SOAL daher folgende Rahmenbedingungen notwendig für einen gelungenen Start des eingeschränkten Regelbetriebs:
 

  • Die Kitas müssen nach Ihren individuellen Gegebenheiten unter Berücksichtigung der Elternbedarfe entscheiden können wie die Betreuung für alle Kinder organisiert werden kann. Vorgaben zu Mindest- oder Maximalstundenansprüchen lassen sich in der Praxis flächendeckend nicht realisieren.
     
  • Es braucht eine klare Kommunikation seitens der FHH an die Eltern, dass ihre Ansprüche aus dem Gutscheinumfang nicht voll erfüllt werden können. Ebenso muss weiterhin klar sein, dass Kinder mit Krankheitsanzeichen nicht von den Kitas betreut werden können.
     
  • Für Randzeiten sollen weiterhin die Kriterien der Notbetreuung gelten, so dass diese vorrangig Kindern von Eltern aus systemrelevanten Berufen zur Verfügung stehen.
     
  • Sehr junge Kinder brauchen ggf. eine neue Eingewöhnung in die Kita. Sie können nicht alle am ersten Tag des eingeschränkten Regelbetriebs in die Kita kommen. Hier braucht es Verabredungen mit den Eltern für die (Wieder-) Eingewöhnung, um das Wohl der Kinder zu gewährleisten.
     
  • Mit dem Start des eingeschränkten Regelbetriebs muss die Verpflichtung zur Organisation von zusätzlichen Mittagessen durch die Kitas eingestellt werden. Beide Maßnahmen parallel sind nicht zu leisten.
     
  • Eine Verrechnung von Minderausgaben kann es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr geben. Vielmehr ist zu prüfen, in welchem Umfang den Kitas unabweisbare Mehrkosten entstehen.
     
  • Im eingeschränkten Regelbetrieb ist eine Betreuung in gleichbleibenden Kleingruppen mit den gleichen Pädagog*innen über einen längeren Zeitraum hinweg nicht mehr möglich. Die Zahl der möglichen Kontakte im Fall einer Infektion steigt. Im Fall einer Infektion / eines Verdachtsfalls im Umfeld der Kita muss es daher deutlich schnellere Testungen und Reaktion des Gesundheitsamtes geben als bisher.


Für diese Rahmenbedingungen muss der Senat Sorge tragen. Der organisatorische Aufwand für die Kitas war in den zurückliegenden Wochen immens. Sie mussten neue Wege der Kommunikation mit den Kindern und Eltern finden, sich in den Teams neu organisieren, die ständig wechselnden Vorgaben für die Notbetreuung umsetzen und gleichzeitig die nächsten Schritte der Öffnung planen. Insbesondere für die Leitungen war die Arbeitsbelastung extrem. Mit der eingeschränkten Regelbetreuung wäre ein weiterer Schritt in Richtung Normalität möglich und die Freude an der Arbeit mit den Kindern könnte wieder in den Vordergrund rücken.
 

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