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Zweistein (05.06.2012)

Zweistein

Zu Besuch in der SOAL-Mitgliedseinrichtung Kinderhaus Zweistein

Was bedeutet es, wenn aus einem Einstein ein Zweistein wird? Vielleicht, dass dann doppelt so viele geniale Kräfte am Werk sind? Oder ist es ein Hinweis auf die Zwei? Denn zum Kinderhaus Zweistein gehören gleich zwei Einrichtungen. Beide werden von Heike Pallentin geleitet, beide arbeiten nach demselben Konzept und wenn man Heike Pallentin fragt, dann werden natürlich auch beide von besonders tollen Kindern (lauter Zweisteins!) besucht. Die Einrichtungen befinden sich in Langenhorn an unterschiedlichen Orten. Das erste Kinderhaus Zweistein liegt direkt neben dem Gymnasium Langenhorn im Foothkamp und ist auf dem weitläufigen Gelände einer ehemaligen Förderschule untergebracht. Das zweite, auf dem Grundschule Stockflethweg, ist ein Haus mit viel Licht und Holz.

Im Kinderhaus Zweistein im Foothkamp, das ich zunächst besuche, tummeln sich etwa fünfzig Kinder im Alter von eins bis sechs Jahren. Viele spielen draußen auf dem naturnahen Grundstück und genießen die Bewegungsfreiheit sowie die verwunschenen Ecken, wo insbesondere die älteren Kinder auch mal unbehelligt von den Erwachsenen spielen können. Die Auswahl der Kinder erfolgt nicht unbedingt nur nach Wartezeit. Viel wichtiger ist es Heike Pallentin, dass die Mischung der Kinder untereinander stimmt. Ideal sei es, wenn Jungs und Mädchen sich die Waage halten, das Verhältnis von deutschen und Kindern mit Migrationshintergrund ausgeglichen ist und Kinder jeder Altersstufe vertreten sind, erklärt Heike Pallentin. Von den Eltern wünscht sich die gelernte Erzieherin und Heilpädagogin, dass sie sich im Vorwege mehrere Kitas ansehen. „Wenn das Bauchgefühl stimmt, und sich die Eltern mit ihren Kindern bei uns zuhause fühlen, dann sind sie hier richtig“, sagt sie. Zum Konzept des Kinderhauses gehört es, dass die größeren Kinder altersentsprechend ganz viel Verantwortung haben und sogar Patenschaften für die Jüngeren übernehmen. „Wenn die Kleinen beim Basteln etwas kleben, oder mit Kleinstteilen arbeiten wollen, ist es üblich, dass sie sich einen „Großen“ an ihre Seite nehmen. Das größere Kind achtet auf das kleinere Kind und zeigt ihm den Umgang mit den Materialien.“ Auch bei den Mahlzeiten helfen die älteren Elementarkinder. Sie schneiden das Fleisch klein, zerdrücken die Kartoffeln und füttern sogar manchmal ihre kleinen Patenkinder. Auch eine Erste-Hilfe-Ausbildung durch die Johanniter gehört zur Grundausstattung der Zweistein-Kinder. Das nennt sich dann „Retter von morgen“. „Wenn sich ein Kind wehgetan hat, wird es mitunter von einem anderen verarztet, die Erzieherinnen sind begleitend dabei“, berichtet Pallentin.

Morgens ab 7:30 kommen die ersten Kinder in den Kreativraum, wo in einem abgeteilten Teil des Raumes ein reichhaltiges Frühstückbuffet auf sie wartet. „Das Angebot umfasst Käse, Wurst, Obst, Gemüse, verschiedene Brotsorten, Milch, Müsli und vieles andere mehr“, zählt Heike Pallentin auf. „Die Kinder sollen bewusst auswählen und herausfinden, worauf sie Appetit haben.“ Während des Frühstücks werden lange Tischgespräche in ruhiger Atmosphäre geführt. Bis zehn Uhr dauert die Freispielzeit der Kinder. Danach wird aufgeräumt und es beginnt der Morgenkreis. Montags und freitags finden Konferenzen statt, wo alles Mögliche besprochen wird. Dienstags, mittwochs und donnerstags erhalten die Kinder drei Angebote von den Erzieherinnen. Die Angebote werden von den Kolleginnen in der Dienstbesprechung vierzehn Tage vorher festgelegt und sollen sich danach richten, was die Kinder brauchen. Was die Kinder ausgewählt haben, wird von anderen Kindern festgehalten. Ein rotes Kästchen gibt es etwa für eine kreative Tätigkeit, Bewegung wird mit einem blauen Kästchen dokumentiert. In regelmäßigen Abständen werden die Kästchen zusammengezählt. „So finden wir heraus, wo das Kind zu diesem Zeitpunkt seinen Schwerpunkt hat“, so Heike Pallentin.

Mitten in der Kita entsteht ein  Meeresboden Einmal im Jahr widmet sich das Kinderhaus einem großen Projekt, das zehn bis zwölf Wochen dauert. Während dieser Zeit blieben die Kinder kontinuierlich in einer Gruppe und arbeiten an einem Thema, das sie selbst bestimmt haben. Im Kinderhaus Zweistein am Stockflethweg finden momentan Projekte zu den Themen „Polizei, Feuerwehr und Krankenhaus“ statt. Heike Pallentins Augen beginnen zu leuchten, als sie von den bereits abgeschlossenen Projekten erzählt. Für das Projekt „Unter Wasser“ hatten Kinder, Erzieherinnen, Erzieher und Eltern den Bewegungsraum leergeräumt, ihn mit einer Folie ausgelegt und fünf Kubikmeter Sand darauf verteilt. Von der Decke baumelten genähte Fische und es „wuchsen“ selbst gebaute Wasserpflanzen in den Raum. Und im Übrigen durfte der Raum nur mit Schwimmflossen und Taucherbrille betreten werden. Wenn es darum geht, ungewöhnliche Ideen zu entwickeln und sie auch gleich umzusetzen, ist Heike Pallentin in ihrem Element. Das nächste Großprojekt hat sie schon im Hinterkopf. „Schon lange denke ich über eine Schulgründung nach“, erzählt sie. „Ich bin auf der Suche nach interessierten Menschen, die daran mit arbeiten wollen.“ Wer sich angesprochen fühlt, möge sich bei ihr melden, in einem der zwei Häuser des Kinderhaus Zweistein.“

Maren v. Klitzing

Kinderhaus Zweistein
gemeinnützige GmbH
Foorthkamp 42
22419 Hamburg
Telefon 040.530 51 78 0
Telefax 040.876 03 25 7
 

Kinderhaus Zweistein
gemeinnützige GmbH
Stockflethweg 160
22417 Hamburg
Telefon 040.537 80 82 6
Telefax 040.537 41 51

www.kinderhaus2stein.de 

hallo at kinderhaus2stein dot de

   
 

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